Die Vollendung des Saaleausbaus nach über 70 Jahren ist zwingend erforderlich und schon längs überfällig.
Die 20 km der unteren Saale von Calbe bis zur Mündung in die Elbe sind für die Binnenschifffahrt eine Wasserstraße mit vielen Tücken und Hindernissen. Dort sind gefährliche Kurven - bei Saale km 17, bei Saale km 13, bei Saale 7 und bei Saale km 4.
Die Stromschnelle Trabitz ist bei Saale km 15 zu durchfahren. Weder bei höheren noch bei niedrigen Wasserständen ist keine Betriebssicherheit des Binnenschiffes gewährleistet. Die untere Saale ist nur bei mittleren Wasserständen einigermaßen befahrbar.
Während die obere Saale von Halle bis Calbe das ganze Jahr über eine Mindestfahrrinnentiefe von 1,90 m verfügt, ist die untere Saale wie eben beschrieben nur schwierig und noch dazu oft unrentabel zubefahren. Ein weiterer negativer Punkt ist der hohe Energieverbrauch durch die starken Strömungsverhältnisse der unteren Saale.
Die genannten schwierigen Schiffahrtsverhältnisse und die extrem unterschiedlichen Wasserstände von einer Fahrrinnentiefe von 83 cm bei Niedrigwasser und bis zu 9 m bei Hochwasser in Calbe, machen es der Schiffahrt zusätzlich schwer und schrecken viele Unternehmen ab, die Saale zu befahren. Des weiterem ist der einseitige Schiffahrtsbetrieb zwischen Calbe und Mündung und umgedreht ein Hemniss für die Schiffahrt, der schon 4 Stunden und mehr Wartezeit aufweisen kann
Um eine ganzjährige Schiffbarkeit zu gewährleisten muß nun endlich der Ausbau der Saale vollendet werden. Eine Lösung, die ökonomisch und ökologisch ist, liegt mit dem vorgeschlagenen Schleusenkanal bei Tornitz nun vor. Der geplante Saalekanal (Seitenkanal) geht jenseits der Hochwasserschutzgebiete entlang und die Saale von Calbe bis zur Mündung bleibt unberührt und freifließend.
Diese Lösung wird von allen Parteien in Sachsen-Anhalt und der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürwortet.
Die seit Jahren immer gegen den Saaleausbau und die Schiffahrt auf Elbe und Saale protestierenden Vertreter des BUND müssen dies endlich zur Kenntnis nehmen.
Ich möchte noch einmal verdeutlichen, das der Ausbau der Saale mit einem nachträglichen Ausbau der Elbe nichts zutun hat.
Die Argumente der Umweltschützer gegen die Schiffahrt könnte man auf das Auto bezogen auch so nennen: Es bringt keinen Sinn eine Autobahn auf einem Feldweg enden zulassen und dann noch sagen - warum fahren dort keine Autos.
Es wird keine Ursachenforschung betrieben, es wird einfach ein schwarzer Peter gesucht „die Binnenschiffahrt“. Es wird mit allen Mitteln versucht, die Binnenschiffahrt im Osten Deutschlands schlecht zumachen, die es hier bestimmt nicht leicht hat. Der Kampf gegen die Binnenschiffahrt wird unter dem Deckmantel „Umweltschutz“ von dem Vorstand des Aktionsbündnisses „Pro Schiene“ indem der BUND und auch der NABU vertreten sind geführt. Man kann also nicht sagen, es fahren ja sowenig Schiffe auf der Saale und es lohnt sich kein Ausbau, wenn die Bedingungen für eine wirtschaftliche Schiffahrt überhaupt nicht vorhanden sind.
Link: Aufruf an den Landtag, als pdf
Bericht: Ernst-Wilhelm Wehlmann, Vorsitzender des Landesverbandes von Schiffervereinen aus Sachsen-Anhalt und Experte für Saaleschiffahrt © 2006