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Schiffsunglücke in Magdeburg

Schiffsunglücke in Magdeburg

Vor Jahrzehnten waren Havarien auf der Elbe keine Besonderheit. Die schlechte Bauart der Schiffe, die geringe Widerstandskraft bei häufiger Benutzung und die schlechten Elbstromverhältnisse waren wohl die Ursache der vielen Unglücksfälle. Sie ereigneten sich an Stromschnellen, Untiefen oder an Brücken.

Ein besonderer Havarieschwerpunkt war immer wieder die Strombrücke in Magdeburg.


Die Katastrophe am 13.01.1777


Über eine spektakuläre Katastrophe berichtete damals die Magdeburgische priviligierte Zeitung am 16.01.1777:
Am verwichenen Montag, als den 13ten dieses, des Nachmittages, ereignete sich der unglückliche Zufall, daß oberhalb der Elbbrücke gestandene Eis, nach einem 24stündigen Tauwetter, auf einmal ganz unerwartet aufging und eine solche schädliche und ungewöhnliche Direktion nahm, daß es nicht allein 8 Strom-und Schiffsmühlen, sondern auch noch 47 große Elbkähne und 53 kleine Mühlenkrähne ohne alle Hilfe mit sich fortriß, daß viele davon in den Grund gegangen, zertrümmert oder zerbrochen aufeinander geworfen wurden.


Magdeburgische Zeitung am 25.04.1912


Ein Schleppzug mit 4 beladenen Kähnen hatte stromaufwärts gerade die brücke passiert, als sich die zur Befestigung dienende Kette zwischen dem zweiten und dem dritten Kahn löste, so sackten die beiden letzten Kähne talabwärts. Der letztere kam noch glücklich durch das stadtseitige Joch, während der vorletzte Kahn gegen den Pfeiler schlug und auf Grund ging. Die Mannschaften suchten ihre Betten und andere Habseligkeiten, um sie in Sicherheit zu bringen. Einige gerieten aber durch die an beiden Seiten des Kahns entstandene starke Strömung in Lebensgefahr. Einer fiel dabei ins Wasser, wurde aber wieder emporgezogen und an Land gebracht.


Dampfer-und Kahnunglück am 13.10.1913


Am 13.10 1913 ereignete sich an der Strombrücke ein Schiffsunfall. Der eiserne Dampfkahn "ELBLAGERHAUS 3 MAGDEBURG", der das östliche Joch bergabwärts passierte, geriet auf Grund. Zu gleicher Zeit und in gleicher Richtung passierte der Dampfer "MAGDEBURG" mit 3 Schleppkähnen das mittlere Joch. Der Dampfkahn, der auf Grund geriet und quer gegen den Ostpfeiler der Brücke gedrängt wurde, drückte mit seinem Vorderteil den hintersten Kahn des Schleppzuges gegen den Westpfeiler der Brücke.Tausende von Menschen standen damals auf dem südlichen Bürgersteig der Strombrücke und schauten den Rettungsarbeiten zu.

 


Die Havarie vom 17.03.1934


Am Samstag 17.20 Uhr wurde ein mit Steinen beladener Kahn auf seiner Talfahrt gegen den rechten Pfeiler der Strombrücke gedrückt. Ursache war das Reißen der Kette kurz nach dem Auswerfen des Ankers. Mit unheimlicher Geschwindigkeit drängte der Kahn mit seiner ganzen Breitseite auf die Strombrücke zu. Kaum war die Besatzung auf ein Boot gerettet, als der Kahn auch schon tief und tiefer sank. In der Mitte war er völlig durchgebrochen.

Bis zum 31.03.1934 war der Schiffsverkehr unterbrochen. Auf der Stromelbe und weit bis nach Hohenwarthe drängten sich die Kolosse der Raddampfer mit zwei bis fünf Schleppkähnen hinter sich.

Bilder von Schiffsunglücke in Magdeburg

Havarie CSPL 604 an der Strombrücke
Havarie CSPL 604 an der Strombrücke

Versuche zum freischleppen des CSPL 604
Versuche zum freischleppen des CSPL 604


MS Niederelbe Havarie an der Strombrücke
MS Niederelbe Havarie an der Strombrücke

Seitenraddampfer der NDBE Leck im Vorschiff unterhalb der Strombrücke
Seitenraddampfer der NDBE Leck im Vorschiff unterhalb der Strombrücke


Bericht Galky © 2002 Foto Wehlmann 2006

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