Vereinigte Schiffervereine von Alsleben und Umgebung

"Undine e.V." von 1823 zu Alsleben / Saale

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    Von den Anfängen der Saale - Schifffahrt

    Die Saale. Seit Jahrtausenden nimmt sie ihren Lauf von ihrer Quelle am Großen Waldstein im Fichtelgebirge über 413 Kilometer bis zur Mündung in die Elbe bei Barby. Ihre Geschichte ist länger als der Flußlauf und mindestens genauso facettenreich.

    So, wie sich das Erscheinungsbild der Saale verändert, wandelt sich auch ihre Nutzung als Lebens-und Erwerbsquelle. Um den Fluß als Schiffahrtsweg nutzen zu können, nimmt der Mensch vielfältige Eingriffe vor. Es werden Schleusen und Wehre angelegt, Brücken und Staudämme gebaut, stellenweise auch der Flußlauf verändert.

    War im Mittelalter die Saale ein wichtiger Transportweg für Salz und Holz, so wartet sie heute auf eine stärkere Nutzung für den Transport von Baumaterialien, Soda, Futter-u. Düngemitteln.

    Erstmals als Schiffahrtsweg genutzt, wird die Saale im Jahr 981, um den Leichnam des Magdeburger Erzbischofs Adalbert von der Burg Giebichenstein in halle mit dem Floß nach Magdeburg zu überführen.

    Knapp 150 Jahre später verschifft Bischof Otto von Bamberg verschiedene Waren über die Saale und Elbe bis nach Havelberg.

    Im Jahre 1152 erhält Kloster Neuwerk, damals am Stadtrand von Halle gelegen, die Erlaubnis, per Schiff Salz zu transportieren und als Rückladung Holz zu übernehmen, das für die Saline benötigt wird.

    Die wirtschaftlich an Bedeutung gewinnende Salzproduktion in Halle führt dazu, die Saale als offiziellen Transportweg zu nutzen.

    Erst am 21. Oktober 1530 erteilt Kaiser Karl V. dem Erzstift Magdeburg das Privileg der freien Schiffahrt und die Erlaubnis, das Flußbett der Saale auszubauen. Mit dem Ausbau der Saale wird noch im gleichen Jahr begonnen. Nach Fertigstellung des ersten Wehres in Bernburg 1530 folgt der Bau der Schleusen in Calbe und Alsleben.

    1694 legt der preußische Kurfürst Friedrich III. in Trotha den Grundstein für die erste steinerne Schleuse auf der Saale.

    Danach vergehen rund 100 Jahre, bis der sächsische Kurfürst freidrich August III. 1790 die Order gibt, mit der Schiffbarmachung der Unstrut und der Saale auf den letzten Kilometern zu beginnen. Fünf Jahre bauen 2.000 Mann insgesamt 15 Schleusen an den Flüssen. Ab der Jahrtausendwende um 1800 können Frachtkähne mit bis zu 150 Tonnen Tragfähigkeit die Saale befahren.

    Als eine der ersten erkennen die Müller die Möglichkeiten der Saale. Nicht in erster Linie als Transportweg. Sie nutzten die Wasserkraft des Flusses zum Antrieb ihrer Mühlräder. Dabei soll sich das älteste Mühlenwehr auf deutschem Gebiet um 941 bei Alsleben befunden haben.

    Berichte über den Transport von Gütern auf dem Fluß reichen bis in das Jahr 1127 zurück. Die Flößerei auf der Saale wird erstmalig 1258 erwähnt, der gewerbliche Fährbetrieb um 1479.

    Bis zur Verunreinigung der Saale durch die entstandene Industrie Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Fischerei ein weiterer wesentlicher Erwerbszweig.

    Neben der wirtschaftlichen Nutzung spielt auch die Passagierschiffahrt frühzeitig eine Rolle. Schon 1862 lichtet die "VIKTORIA" für Lustfahrten auf der Saale ihren Anker.

    Bis zur Erfindung und wirtschaftlichen Nutzung der Dampfmaschine, treiben die Kähne mit der Strömung oder benutzten Treibsegel.

    Gegen den Strom ziehen etwa 20 Schiffsknechte den Kahn, wenn kein Segel die Lastkähne mit Windkraft voranbringt.

    Das erste Raddampfschiff fährt 1836, zwei speziell für die Saale gebaute Schleppdampfer folgen 1878.

    Erst eine armdicke Kette, die auf dem Flußgrund der Saale von der Mündung bis nach Halle verlegt wird, ermöglicht es 1884 auch 400-Tonnen-Schiffen, sich flußaufwärts zu bewegen.

    Ab 1901 lösen Eildampfer die herkömmlichen Schiffe ab, um mit der Schnelligkeit der Eisenbahn mithalten zu können.

    Schleppdampfer mit Schaufelrädern verdrängen zusehens die trägen Kettendampfer, bevor die Erfindung des Kraftstoffmotors auch die Schiffahrt revolutioniert.

    Das Gesicht der Saale verändert sich im 20. Jahrhundert entscheidend. 1932 wird die Saale zwischen Trotha und Calbe für 1000-Tonnen-Schiffe ausgebaut. Dafür entstehen zwei Stauwerke, die Bleilochtalsperre (1932) und die Hohenwartetalsperre (1942), die die Wasserhöhe regulieren. Kleine Schleusen werden durch Großschleusen ersetzt und Durchstiche vorgenommen.

    Nach 1975 kommt die Saale-Schiffahrt wegen fehlender Investitionen gänzlich zum Erliegen. Heute ist die Saale von Naumburg bis Halle-Trotha nur für Schiffe bis 250 Tonnen schiffbar.

    Von Halle bis zur Einmündung in die Elbe können zwar Motorgüterschiffe verkehren, doch leider ist der damalige Ausbau bis heute nicht vollendet worden und die Strecke von Halle bis zur Saalemündung nicht durchgängig für das Europaschiff nutzbar.

    Ein wirtschaftlich sinnvoller und nutzbringender Gütertransport ist somit unmöglich.

    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind 162 Kilometer der Saale, also rund ein Drittel der Gesamtlänge schiffbar. Die zweischiffige Nutzbarkeit des Flusses durch Europaschiffe bedarf in erster Linie des weiteren Ausbaus des ca. 20 Kilometer langen Teilstückes zwischen Calbe und der Mündung der Saale in die Elbe bei Barby.

    Für den Saaleausbau nach europäischen Standards sind Kosten in Höhe von ca. 77 Mio. EURO notwendig. Dem gegenüber steht nach dem Ausbau des Flusses ein zu erwartendes Transportpotential von über zwei Millionen Tonnen Kies, Sand, Soda und Düngemitteln pro Jahr.


    Bericht Galky © 2002






    Veröffentlicht am:
    16:29:55 05.08.2002

    Autor:
    Galky

    Letzte Aktualisierung
    16:31:17 05.02.2016