Vereinigte Schiffervereine von Alsleben und Umgebung

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Wird Schleusenbetrieb völlig eingestellt?

08.08.2011 10:41:00 | E.W. Wehlmann

ALSLEBEN/MZ. "Stoppt den Wahnsinn" war auf einigen Booten zu lesen, als am Samstagnachmittag auf der Saale in Alsleben rund 80 Skipper von Sport- und Kajütbooten zu einem Bootskorso aufliefen. Gekommen waren Boote aus Bernburg, Calbe, Nienburg, Salzmünde, Wettin und Halle. Den Veranstaltern des neu gegründeten Saale-Bündnisses ging es darum, gegen Pläne des Bundes zu protestierten, die Saale zur Restwasserstraße zu erklären.

In dem Bündnis sind Vertreter der IHK, des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt und heimische Betriebe vereint, die Schüttgüter über die Saale transportieren möchten. Als Ansprechpartner und Adresse des Bündnisses wird Ulrich Gerstner (SPD), Landrat des Salzlandkreises, benannt.

Am Samstag äußerten die Freizeitkapitäne ihre konkrete Befürchtung, dass mit der Herabstufung zur Restwasserstraße nicht nur die Binnenschifffahrt, sondern auch der Sportbootverkehr an der Saale zum Erliegen kommt. "Eine vorhandene, funktionsfähige Infrastruktur dem Verfall preiszugeben, ist auch eine Verschwendung von Steuergeldern", kritisierte Versammlungsleiter Karsten Thärigen vom Wassersportclub (WSC) Rabeninsel Halle.

Es sei unverständlich, dass seit 1992 die Saale im Bundesverkehrswegeplan immer wieder als vorrangiges Projekt eingestuft worden sei und jetzt die Herabstufung bevorstehe. Nach Angaben der Saaleausbau-Befürworter würde die Restwasserstraße zur Folge haben, dass die Saale weder ausgebaut, noch optimiert und auch nicht unterhalten werde. Der Schleusenbetrieb würde komplett eingestellt und die Schiffbarkeit gehe schon in eineinhalb Jahren verloren.

Die Kritiker der Herabstufung zur Restwasserstraße befürchten auch, dass durch fehlende Pflegemaßnahmen die Saale bald versanden wird. Die Flussgeschwindigkeit werde sinken, die Hochwassergefahr steigen. Die Deiche müssten schon bald erhöht werden.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) sprach ebenfalls zu den Skippern. "Man darf nicht sagen, weil auf der Saale nichts transportiert wird, brauchen wir die Saale nicht", sagte Webel und betonte den Wert des Flusses als Wirtschaftsfaktor.

Wenn man 15 Kilometer Autobahn einspare, könne man damit die notwendigen 130 Millionen Euro für den Saale-Seitenkanal bezahlen, zog Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze (parteilos) einen Vergleich. In Bernburg sei man über die bevorstehende Herabstufung schon schockiert gewesen, sagte Schütze.

Auch Alslebens Bürgermeister Reinhard Schinke (CDU) ergriff das Wort. Er sei selbst einige Jahre zur See gefahren, erklärte der Bürgermeister. Nach der Wende habe es neue Hoffnung auf eine saubere Saale gegeben. Nun sei man in der Schifferstadt stark enttäuscht. "Die Herabstufung der Saale bedeutet eine Herabstufung der Region", sagte Schinke unter dem Beifall der Zuschauer.

Mit Michael Witfer war auch der Vorsitzend des Fördervereins Saale-Elster-Kanal nach Alsleben gekommen. Er bezog sich auf das Ergebnis einer touristischen Potenzial-Studie. Demnach könne man pro Jahr 500 000 Touristen in die Region locken, wenn man mit Hilfe eines Schiffshebewerks eine Verbindung vom Neu-Seenland südlich von Leipzig bis zum Bereich Saale-Unstrut schaffen würde.

Fotogalerie: Bootskorso protestiert auf der Saale