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Ein Stimmungsbild vom großen Familienfest zur saisonalen Wiederinbetriebnahme des Schiffshebewerkes Magdeburg-Rothensee

01.10.2013 12:47:00 | Lothar Tölle

Von Lothar Tölle am 24.08.2013

Es war ein ganz besonderer und denkwürdiger Tag für Magdeburg und die Region.

Am Samstag, dem 24. August 2013, feierten viele Magdeburger und Gäste aus nah und fern

die lange erwartete Wiedereröffnung des Schiffshebewerkes Magdeburg-Rothensee.

Die „Wiederkehr einer Legende“, wie es im Flyer des von der Stadt Magdeburg vorbereiteten Familienfestes hieß, lockte mehrere Tausend Besucher bei strahlendem Sommerwetter dorthin, um dieses Ereignis gemeinsam mit den Vertretern der beteiligten Institutionen und des Fördervereins „Technische Denkmale in Sachsen-Anhalt e.V.“ gebührend zu feiern.

Etwas ganz Besonderes war es zudem für die ca. 100 Fahrgäste auf dem Fahrgastschiff

„Stadt Wolfsburg“ der Magdeburger Weißen Flotte, die bereits vor mehreren Wochen bzw. Monaten zufällig für diesen Tag ihre Fahrscheine für eine Rundfahrt auf der „Großen Acht“ rund uns Wasserstraßenkreuz bestellt hatten. Zu diesem Zeitpunkt war noch gar nicht bekannt gewesen, dass dieses Schiff nach seinem Start am Magdeburger Petriförder rd. eine Stunde später pünktlich um 11 Uhr als erstes in den geöffneten Hebewerkstrog einfahren sollte.

Umso größer war nun die Überraschung und Freude bei allen Gästen an Bord.

Nach Schließung der beiden unteren Torverschlüsse begann unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer und der Fahrgäste gleichzeitig mit dem Sirenenton des Schiffes bereits

ca. 10 Minuten später die ca. 3 Minuten dauernde Fahrt nach oben.

Nach weiteren ca. 10 Minuten konnte das Schiff wieder mit Beifall und Sirene oben

problemlos aus dem Trog ausfahren, begleitet von der zünftigen Musik der an Bord mitfahrenden Dixieland- und Jazzformation „BLAMU Jazz Orchestrion“ aus Weimar, die anschließend an Land weiter das bunte Bühnenprogramm bereichern sollte.

Gleichzeitig mit der ersten Schiffsdurchfahrt hatte der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, das Ganze mit seiner feierlichen Eröffnungsrede gewürdigt,

verbunden mit der Erwartung, dass damit wieder ein wichtiger Baustein für den weiter wachsenden Tourismus gesetzt wurde. Dem folgte Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, welches ebenfalls das Projekt der Wiederinbetriebnahme entscheidend gefördert und unterstützt hat und weiter unterstützen wird. Unter großem Applaus konnte er bei dieser Gelegenheit einen Fördermittelbescheid über 150.000 Euro überreichen.

Als Vertreter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und im Namen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sprach anschließend der Leiter des Wasser- und Schiffahrtsamtes Magdeburg, Friedrich Koop, welcher auch an den maßgebenden End-Verhandlungen von 2011 bis 2012 beteiligt war und nun das erfolgreiche gemeinsame Ergebnis würdigen konnte. Darauf feierte Hans-Dieter Sudmann, Vizepräsident des Deutschen Motoryachtverbandes, in seiner Rede dieses besondere Ereignis und machte aus seiner Begeisterung ebenfalls kein Hehl.

Abschließend sprach Rüdiger Hartewig, Pressesprecher des „Fördervereins Technische Denkmale in Sachsen-Anhalt e.V.“, und beschrieb kurz die jahrelangen Bemühungen der Vereinsmitglieder im engen Schulterschluss mit der Stadt Magdeburg. Er rief auch zu weiteren Spenden und Mitgliedschaften auf und wies auf die Möglichkeit hin, sich auf den vom Verein aufgestellten Spendertafeln am Hebewerk verewigen zu lassen.

Das anschließende Bühnenprogramm mit den Shanty-Chören aus Magdeburg und auch von der Insel Wangerooge, mit der bereits erwähnten Jazz-Band sowie mit der jungen, vielseitigen Sängerin Anna-Carina Woitschak aus der Altmark wurde weiter stimmig moderiert durch Frank Wiedemann von Radio SAW, der das Ganze zusätzlich mit abwechslungsreichen Kurzinterviews belebte.

Bei etlichen Fahrten des Hebewerkes konnten als weiteres Fahrgastschiff das FMS „Sachsen-Anhalt“ mit zusätzlichen Besucherfahrten mehrfach sowie zahlreiche Sport- und Ruderboote passieren, die extra auf diese besondere Gelegenheit gewartet hatten. Der unerwartet große Andrang an Land führte sogar vorübergehend zu größeren Wartezeiten an den Getränke- und Imbiss-Ständen und der Zustrom an PKW`s zu Einschränkungen bei dem extra eingerichteten Bus-Shuttle zwischen Stadt und Hebewerk.

Alles in allem aber ein freudiges Fest mit vielen begeisterten Teilnehmern – ein schöner Lohn

für die Mühen der Vorbereitung.

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat das Hebewerk im engen Schulterschluß mit dem Umland und mit Landesunterstützung von der Wasser-und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gepachtet und betreibt es nun für den saisonalen touristischen Betrieb weiter mit eigenem Personal, ein absolutes Novum für ein derartiges betriebsfähiges Sonderbauwerk in der Bundesrepublik.

Der saisonale Betrieb wird in diesem Jahr vorerst bis Ende September, ab nächstes Jahr

jeweils von Mai bis September, in der Regel täglich außer montags von 9:00 Uhr bis

15:30 Uhr möglich sein.

Bürgerschaftliches Engagement hat hier in Verbindung mit pragmatisch wirkenden Politikern

wieder einmal etwas zustande gebracht, woran viele schon nicht mehr geglaubt hatten.

Möge das Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee noch lange ein lebendiges Denkmal unserer Industriekultur bleiben!